Zeit, über Linux nachzudenken?

14. Juni 2010 | Kategorie: Betriebssystem | Kommentar schreiben

Lange Zeit hatte man keine richtige Wahl zwischen den Betriebssystemen – eigentlich gab es nur eines, auch wenn es im Untergrund gebrodelt hat. Erst in den letzten zwölf Jahren hat sich da so richtig etwas getan, und in den letzten Jahren noch mehr.

Sicherlich, es fallen an dieser Stelle natürlich auch ein paar Computermodelle und Betriebssysteme unter den Tisch. Aber die sind mittlerweile auch einfach Geschichte. Die in den Achtzigern so verbreiteten Commodore- und Atari-Rechner haben sich auf lange Sicht nicht auf dem Markt durchsetzen können. Jetzt sind noch zwei große Unternehmen übrig: Microsoft und Apple. Daneben gibt es aber noch eine weitere Art des Betriebssystems, das zunehmend beliebt wird: Linux.

Software kann man nicht stehlen, Ideen sind frei

Was die Gruppe Der Plan in ihrem Stück „Copyright Slavery“ singt, ist auch die Anschauung der Community um das vom Finnen Linus Torvalds ins Leben gerufenen Systems Linux. Das freie Betriebssystem galt lange als Steckenpferd von Nerds mit dicken Brillen, während ein normaler User gut bedient war mit einer graphischen Oberfläche – eine Neuerung, die bei Linux relativ spät kam.

Die neue Vielfalt

Ende der Neunziger kam Apple mit einem Paukenschlag zurück, nachdem es den schmutzigen Kampf gegen den Goliath Microsoft schon technisch verloren hatte. Und konnte sich dank des wegen seiner Stabilität bei visuellen wie musikalischen Künstlern so beliebten Betriebssystems besser durchsetzen – aber all dies wäre in der heute bekannten Form nicht möglich, hätte man nicht soviel Wert auf die Gestaltung gelegt, die tatsächlich unschlagbar schick ist, wenn auch zu einem hohen Preis: Apple-Computer kosten nicht nur in der Regel mehr als ein Windows-betriebener PC, es sind auch in vielerlei Hinsicht die Programme an die Hardware von Apple zu beobachten, was vor allem beim iPod und iPad zu beobachten ist. Das einzige wirklich freie System, das heute merklich auf dem Markt ist, ist das frei erhältliche Linux, dessen Distribution Ubuntu einen Windows- oder Mac-User vor keine großen Probleme stellen sollte, das vor Viren und Spionageprogrammen weitestgehend sicher ist (vollständig aber auch nicht) und ständig ehrenamtlich weiterentwickelt wird. Allerdings sind natürlich nicht alle Systeme miteinander kompatibel, und die meisten und weitest verbreiteten Programmen gibt es nun einmal für Windows. Aber in manchen Bereichen scheint ein Paradigmenwechsel statt zu finden; die Verwaltung der bayrischen Hauptstadt zum Beispiel hat auf Linux umgestellt.

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